Niedriges Cholesterin erhöht Schlaganfallrisiko

Man glaubt es nicht, wenn man es nicht selbst gelesen hat. Da wird auf deutschesgesundheitsportal.de ein Presseartikel der Deutschen Gesellschaft für Neurologie e.V. (DGN) veröffentlicht mit der Überschrift „Neue Studie zeigt: Weniger Folgeschlaganfälle durch intensivere LDL-Cholesterinsenkung“

Oh denke ich bei mir, habe ich da was übersehen. Wer den Artikel liest stellt dann fest, daß darin das Gegenteil steht und nicht nur das: „Bei LDL-C-Werten unter 70 mg/dl zeigte die vorliegende Studie [1] eine 22%ige Risikoreduktion, also jeder 5. Folgeschlaganfall konnte verhindert werden. Zwar war das Risiko für Hirnblutungen in Folge in der „Niedrig-Cholesterin-Gruppe“ numerisch erhöht (18 Fälle vs. 13 Fälle in der Vergleichsgruppe), aber nicht signifikant. „Dass das Hirnblutungsrisiko unter der LDL-C-Senkung ansteigt, haben wir auch schon in anderen Studien gesehen. Wir können uns daher nicht unreflektiert der „the lower, the better“-Devise anschließen. „

Aber es geht noch weiter. Wenn Sie in der Studie lesen auf die sich die Pressemitteilung bezieht, dann steht da folgendes: „The trial was stopped for administrative reasons after 277 of an anticipated 385 end-point events had occurred. “

Die Studie wurde abgebrochen als 277 der Teilnehmer einen Endpunkt hatten, also tot waren oder wieder einen Infarkt bzw. Schlaganfall.

Im oben verlinkten Artikel steht: „Eine formale Einschränkung der vorliegenden Studie sei jedoch, dass sie vorzeitig abgebrochen wurde. Eigentlich sollte die Studie laufen, bis 385 primäre Endpunkte erreicht werden, der Sponsor brach sie aber bereits nach 277 erreichten Endpunkten ab, weil die Studie ansonsten drei Jahre länger hätte finanziert werden müssen. „Eine weitere Schwäche war, dass sie mit nur etwa 200 TIA-Patienten in jedem Studienarm entsprechend wenig Aussagekraft für diese Patientengruppe hat“, so Prof. Diener. „Für eine definitive Festlegung des Grenzwertes sind weitere Studien erforderlich.“

Stellen Sie sich mal vor, die Studie wäre noch drei Jahre gelaufen und es hätte sich herausgestellt, daß immer mehr sterben je länger man das Cholesterin senkt ….

Wenn die Ergebnisse im Sinne der Industrie gewesen wären, hätte man sicherlich gerne weiter bezahlt. Hinzu kommt noch der gar nicht so unbedeutende Hinweis auf den „Sponsor“, den ich leider nicht gefunden habe.

Aber ein Herr Wechsler schreibt in einem anderen Artikel „Statins and Stroke — It’s Complicated“ , der sich auf den ersten Artikel bezieht, etwas interessantes. Er weist darauf hin, daß in der oben genannten Studie über 30 Prozent der Teilnehmer abgebrochen haben plus den 277 mit Infarkt oder Tod.

Dann versteht man auch, warum aus administrativen Gründen abgebrochen wurde.

Und es ist auch interessant warum man keine Teilnehmer ohne Statine als dritte Gruppe hatte, um herauszufinden, wie die Relation zu denen ist, die Statine nehmen.

Und so stimmt wieder einmal, wer lesen kann ist im Vorteil ….

 

 

Autor: mima

mike from europe wants to see more than germany

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